Schmerzen beim Anheben des Arms sowie nächtliche Beschwerden beim Liegen auf der Schulter sind typische Hinweise auf ein Impingement-Syndrom. Ursache ist eine Einengung zwischen Schulterdach und Oberarmkopf, bei der Sehnen und Schleimbeutel gereizt oder eingeklemmt werden. In den meisten Fällen kann durch eine nichtoperative Therapie rasch und effektiv eine deutliche Beschwerdelinderung erreicht werden.
Beim Anheben des Armes gleitet der Oberarmkopf unter das Schulterdach (Acromion). In diesem engen Raum verlaufen die Sehnen der Rotatorenmanschette sowie der Schleimbeutel (Bursa subacromialis). Kommt es zu einer Einengung dieses Gleitlagers, werden die empfindlichen Strukturen zwischen Oberarmkopf und Schulterdach eingeklemmt.
Besonders betroffen ist häufig die Supraspinatussehne. Durch die wiederholte mechanische Reizung entstehen Schmerzen, Entzündungen und langfristig auch Sehnenschäden. Typisch ist ein schmerzhafter Bogen zwischen etwa 60 und 120 Grad Armhebung.
Häufig liegt eine Überbeanspruchung zugrunde, etwa bei wiederholten Überkopftätigkeiten im Beruf oder beim Sport. Auch anatomische Varianten des Schulterdachs oder muskuläre Dysbalancen können das Risiko für ein Impingement-Syndrom erhöhen. Entscheidend ist meist ein Zusammenspiel aus mechanischer Enge und gestörter muskulärer Führung des Schultergelenks.
Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen, insbesondere beim Abspreizen und Anheben des Arms. Die Beschwerden werden meist direkt in der Schulter und häufig auch im Oberarm wahrgenommen. Zusätzlich können nächtliche Schmerzen auftreten, vor allem beim Liegen auf der betroffenen Seite
Mehr als 90 % der Patienten können erfolgreich konservativ behandelt werden. Besonders wichtig ist eine gezielte physiotherapeutische Therapie mit Verbesserung der muskulären Führung des Schultergelenks und Training der Schulterblattstabilisierung. Übungen mit Therabändern haben sich als effektiv erwiesen und können regelmäßig eigenständig durchgeführt werden.
Bei ausgeprägten Beschwerden kann ergänzend eine Infiltrationsbehandlung erfolgen, die häufig innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Schmerzlinderung führt.
Nur in seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich, beispielsweise wenn eine konsequente konservative Therapie keinen Erfolg zeigt und knöcherne Engstellen am Schulterdach nachweisbar sind. Dabei werden entzündete Schleimbeutelanteile und störende Knochenanbauten arthroskopisch entfernt. Der Eingriff ist in der Regel ambulant möglich.