Es gibt verschiedene Schultererkrankungen, die ein künstliches Schultergelenk erforderlich machen können. Die häufigste ist die Omarthrose, also der Knorpelverschleiß des Schultergelenks. Aber auch die rheumatische Gelenkentzündungen oder ein Oberarmkopfbruch können in einer Gelenkzerstörung und damit in einer Endoprothese münden. Im fortgeschrittenen Stadium treten häufig Schmerzen in Ruhe und während der Nacht auf. Zu lange sollte eine Operation dann nicht mehr aufgeschoben werden, da der Verlust wertvoller Sehnen- und Knochensubstanz droht. Dieser kann den Einsatz der Endoprothese und die Nachbehandlung erheblich erschweren.

Sind die Sehnen des Schultergelenks intakt, kann ein Implantat verwendet werden, das die natürliche Anatomie des Schultergelenks nachbildet, die sogenannte anatomische Schulterprothese. Bei Gelenkverscheiß wird meist auch die Oberfläche der Gelenkpfanne ersetzt, da so eine bessere Schmerzbefreiung erreicht werden kann. Eine anatomische Schulterprothese hält in der Mehrzahl der Fälle länger als 15 Jahre.

Eine besondere Form des Gelenkersatzes ist die inverse Schulterprothese. Kopf und Pfanne des Schultergelenks sind vertauscht und damit der Drehpunkt des Gelenks verlagert. So kann auch bei defekten Sehnen der Rotatorenmanschette ein sehr gutes funktionelles Ergebnis erzielt werden, da der Deltamuskel die Funktion der Rotatorenmanschette übernimmt. Auch können Knochendefekte der Gelenkpfanne besser rekonstruiert werden, als mit einer anatomischen Endoprothese. Das Konzept wurde in den 1980er Jahren entwickelt und hat sich über die Jahre bewährt: Heutzutage werden weit mehr inverse als anatomische Endoprothesen implantiert. Die durchschnittliche Haltbarkeit einer inversen Schulterprothesen liegt bei 10-15 Jahren.